Totalendoprothese Hüfte & Knie

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Was ist eine Totalendoprothese?

Eine Prothese ist ein künstlich geschaffenes Produkt, welches einen Teil des Körpers funktionell ersetzt. Eine Prothese, welche Gliedmassen wie z.B. Arme, Beine oder Hände ersetzt, nennt man Exoprothese. Bei einer Endoprothese handelt es sich um eine Prothese, die innerhalb des Körpers liegt und dauerhaft implantiert wird.

Endoprothesen werden vor allem beim Gelenkersatz verwendet, also wenn das Gelenk durch degenerative Prozesse oder durch eine Verletzung nicht mehr funktionsfähig ist. Davon sind die Hüft- oder Kniegelenke besonders oft betroffen.
Weiter unterscheidet man bei den Gelenkprothesen die Teilprothese, welche nur die betroffenen Teile des Gelenks ersetzen, und die Totalprothese (oder auch Totalendoprothese). Bei einer Totalendoprothese (TEP) werden die gesamten Gelenkflächen künstlich ersetzt und teilweise mit einem Scharnier gekoppelt.

Knie-Endoprothesen

Das Kniegelenk ist ein komplexes Gelenk, welches durch die Belastung des Körpergewichts, durch Sport oder durch Verletzungen (Trauma) sehr anfällig auf Gelenkverschleiss ist und deshalb häufig (teil-)ersetzt werden muss.

Ursachen für den Einsatz einer Knie-Endoprothese

In den allermeisten Fällen ist eine Endoprothese am Knie aufgrund von degenerativen Prozessen (also altersbedingt oder durch Verschleiß) notwendig. Die Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) ist somit die häufigste Ursache für den Teil- oder Totalersatz des Kniegelenks.

Selten kommt es durch Unfälle zu einer so starken Beschädigung des Kniegelenks, dass es ersetzt werden muss.
Wenn du eine starke angeborene Fehlstellung der Beinachse (also bei X- oder O-Beinen) hast, kann eine Knieprothese sinnvoll sein, um die Achse zu korrigieren.

Heilungsdauer bei einer Knie-Endoprothese

Die Länge der Heilungsdauer ist davon abhängig, welche Prothese du hast. Bei Teilprothesen kannst du nach ca. sechs Wochen wieder den meisten Tätigkeiten nachgehen, wobei es bei einer Totalendoprothese etwas länger dauert.

Dort solltest du nach ca. drei Monaten wieder alle Tätigkeiten ausüben können. Allerdings kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sich deine Muskeln und Bänder an die Prothese gewöhnt und sich vollständig erholt haben.Mit Hilfe von ambulanter Physiotherapie kannst du den Heilungsprozess am Knie positiv beeinflussen.

Hüft-Endoprothesen

Da es sich beim Hüftgelenk um ein Kugelgelenk handelt, ist es möglich, dein Bein in verschiedene Richtungen zu bewegen. Gleichzeitig muss das Hüftgelenk aber deinen Oberkörper stabilisieren. Wie beim Kniegelenk kommt es auch hier zu einer starken Belastung und zu degenerativen Prozessen, die verantwortlich für den Ersatz des Hüftgelenks sind. 

Welche Arten der Hüft-Prothese gibt es?

  • Geradschaft-Prothesen: Sie sind die mit Abstand am häufigsten verwendeten Prothesen (siehe Abbildung oben). Mit ihnen gibt es am meisten Erfahrung.
  • Kurzschaft-Prothesen: Hierbei wird ein kürzerer, leicht gebogener Schaft verwendet.

Kappen-Prothesen: Hierbei werden Schenkelhals und Hüftkopf erhalten. Der Hüftkopf wird – ähnlich wie bei einer Zahnkrone – mit einer Metallkappe überkront. Ein dünner, kurzer Schaft verankert die Kappe im Hüftkopf. Am Hüftknochen wird eine Hüftpfanne eingesetzt. Kappen-Prothesen werden auch als Oberflächenersatz-Prothesen oder – nach ihrem Erfinder – als McMinn-Prothesen bezeichnet.

Typische Ursachen für den Ersatz des Hüftgelenks

Die häufigste Erkrankung des Hüftgelenks ist die Arthrose (Coxarthrose). Der allmähliche Abbau von Knorpelsubstanz am Hüftgelenk sorgt dafür, dass die Gelenkfunktion nachlässt und Teile oder das gesamte Gelenk mit einer Prothese ersetzt werden müssen. Eine weitere häufige Ursache für eine Hüft-Endoprothese ist der Oberschenkelhalsbruch. Wenn es dort zu einer stark dislozierten Hüfte und dem Absterben des Oberschenkelkopfes kommt, muss dieser Teil durch eine Hüft-TEP ersetzt werden.

Heilungsdauer bei einer Hüft-Endoprothese

Die Heilungsdauer ist stark von den physischen Faktoren des Patienten abhängig. Also wie alt dieser ist, wie gut der Zustand vor der OP war und wie der allgemeine Gesundheitszustand ist. Bei älteren Patienten ist die Operation an der Hüfte immer mit Risiken und Spätfolgen verbunden.

Im Normalfall erholen sich die Muskulatur und die Gelenkkapsel nach ca. 6 Wochen. In Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten kann man nach 6 – 8 Wochen leichte sportliche Aktivitäten (wie Spazieren, Walking oder Radfahren) ausüben. Eine vollständige Genesung und Rückkehr zum Sport kann man nach etwa 4 – 6 Monaten erwarten.

Die Lebensdauer eines künstlichen Gelenks liegt bei Hüft-TEP ungefähr bei 10 – 15 Jahren, wenn keine anderen Komplikationen oder externe Einwirkungen auftreten.

Was du selbst bei einer Hüft- oder Knie-Endoprothese tun kannst

Die Lebensdauer von künstlichen Gelenken, vor allem beim Hüft- oder Kniegelenk, ist zwar lang, aber nicht unbegrenzt. Deshalb ist es wichtig, dass du dir einige Anhaltspunkte zu Herzen nimmst, wie du am besten mit einer Endoprothese umgehst und wie du’s dir im Alltag leichter machst.


Auf was solltest du im Alltag mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk achten?

Die Gewöhnung an ein neues künstliches Gelenk kann Anfangs schwierig sein. Nicht alles wird von Anfang an funktionieren und du solltest dich an dein Rehabilitationsprogramm halten, um den Heilungsprozess optimal voranzutreiben.

Achte bei dir zu Hause auf Sturzfallen (z.B. lose Kabel, Stufen oder Teppiche) und beseitige diese wenn möglich noch vor der Operation.

Sowohl das künstliche Hüftgelenk als auch das Kniegelenk dürfen nach der Erholungsphase voll belastet werden. Zur Sicherheit empfehlen wir dir die Benutzung von Unterarmgehstützen in den ersten paar Wochen nach der Operation.

In der ambulanten Physiotherapie helfen dir unsere Physiotherapeuten beim Aufbau der Stabilität und zeigen dir, welche Bewegungen wie ausgeführt werden sollten. Denn deine Muskeln, Bänder und Sehnen sind nach der Operation geschwächt und können das Gelenk meist nicht vollständig stabilisieren.

Bei der Hüft-TEP solltest du besonders bei folgenden Bewegungen vorsichtig sein:

  • Hüftbeugung >90°
  • starkes Drehen des Oberkörpers
  • nicht die Beine überkreuzen

Denn bei diesen Bewegungen besteht die Gefahr, dass der Prothesenkopf aus der Gelenkpfanne springt und du so das Hüftgelenk “auskugelst” (Gelenk-Luxation).

Bewegung und Sport mit einer Endoprothese

Grundsätzlich ist Bewegung auch mit einem künstlichen Gelenk wichtig und vor allem möglich. Die sofortige Mobilisierung nach der Operation ist für den Heilungsprozess und die Selbständigkeit im Alltag sehr wichtig. Am besten befolgst du dazu die Anweisungen deines Physiotherapeuten.

Sportliche Aktivitäten wie Spazierengehen, Wandern und Walking sind auch am Anfang deiner Rehabilitationsphase machbar.

Sobald die betroffenen Strukturen vollständig geheilt sind, steht deiner Sportlichkeit nichts mehr im Weg. Allerdings empfehlen wir dir, dass du mit einem künstlichen Gelenk auf eine gelenkschonende Sportart umsteigst. 

Gelenkschonende Sportarten sind:

  • Spazieren, Wandern, Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen, Aqua-jogging
  • Gymnastik

Mit einem künstlichen Gelenk solltest du folgende ungeeignete Sportarten meiden. Sie setzen die Lebensdauer der Prothese herab und bieten zudem ein höheres Verletzungsrisiko.

  • Laufen, Joggen
  • Sportarten mit schnellen Richtungswechsel (Tennis, Squash)
  • Kontaktsportarten (Fussball, Basketball)
  • Sportarten mit Sturzgefahr (Skifahren)

Wie du dich gelenkschonend bewegst oder was bei Gelenkschmerzen helfen kann, liest du in unserem Artikel über Arthrose.

Zusätzlich haben wir dir ein Übungsprogramm für das Training mit Endoprothese (PDF zum Download) [Trainingsplan einfügen] zusammengestellt.

Was kann KINEO Physiotherapie bei einem Gelenkersatz tun?

Physiotherapie nach dem Einsatz der Endoprothese

Grundsätzlich richtet sich die Physiotherapie bei einem neuen Hüftgelenk nach den Heilungsstadien, den ärztlichen Vorgaben und deinen individuellen Symptomen.

Für ein optimales Ergebnis und die verbesserte Funktion des Gelenkersatzes  ist es essentiell, bereits unmittelbar nach der Operation die Physiotherapie zu beginnen, um Verklebungen und Verkürzung der Muskulatur sowie Kraftabbau zu verhindern.

Der therapeutische Fokus liegt in den ersten Tagen auf Abschwellung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Dies erreichen unsere Physiotherapeut:innen mit Hilfe von Lymphdrainage, Triggerpunkt-Therapie, manueller Therapie oder dem Game Ready . Im Verlauf die Narbenpflege, die Beweglichkeit und die Kräftigung vordergründig.

In unserem Ganglabor des Kineo Runners Lab [Link einfügen] erhalten wir nützliche Rückschlüsse über die Fortschritte deiner Gangqualität.

In den ersten Wochen nach der Operation ist es wichtig darauf zu achten, dass das operierte Hüftgelenk nicht zu weit gebeugt wird. Die meisten Operateure geben die Beweglichkeit in der Hüfte bis 90 Grad Beugung frei. Daher achte bitte darauf, nicht zu tief zu sitzen und das Bein zu weit heranzuziehen. Ebenso solltest du ein Überkreuzen beider Beine vermeiden, was bedeutet, dass das Bein nicht über die Körpermittellinie hinweg gelagert oder bewegt werden darf. Auch eine Rotation des Beines nach außen oder innen sollte unterlassen werden. Gerne klären wir dich darüber auf und zeigen dir genau, worauf du achten solltest.

Welche Behandlungen Kineo passend dazu bietet


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