Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

Einen schweren Koffer vom Boden schnell aufgehoben, eine schwere Kiste verschoben oder während dem Unkraut jäten plötzliche starke stechende Schmerzen im unteren Rücken bzw. Lendenwirbelbereich?

Dabei kann es sich, wie im volkstümlicher Sprache bekannt als „Hexenschuss“ oder als medizinischer Begriff als „Lumbago“ oder „lokales Lumbalsyndrom“, handeln.

 

Ursachen: Wie erkennt man einen Hexenschuss?

Um einen Hexenschuss handelt es sich, nachdem man eine plötzliche Bewegung ohne oder unter Belastung ausführt hat und sich dabei die Muskulatur verhärtet, es zu Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule kommt und starke akute Schmerzen im unteren Rückenbereich präsent sind. Es können sich auch Wirbelkörpergelenke blockieren  oder sogar Nerven eingeklemmt werden. Eine schlechte Haltung der Wirbelsäule, muskuläre Dysbalance zwischen der Rumpf- und Rückenmuskulatur oder ein passiver bewegungsarmer Lebensstil, können ebenso zu einem Hexenschuss führen.

 

Symptome: Welche Beschwerden empfindet man bei einer Lumbago?

Die Hauptschmerzen treten vor allem im unteren Rückenbereich auf, jedoch können diese auch Richtung Gesäss, Oberschenkel oder Leiste ausstrahlen. Jegliche Bewegungen der Wirbelsäule sind schmerzhaft oder eingeschränkt. Der Schmerz kann als tief, ziehend oder stechend beschrieben werden. Die betroffene Zone kann auch verkrampfen und erwärmt sein.

Falls zusätzlich noch Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den unteren Extremitäten aufweisen, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt kontaktieren, um einen Bandscheibenvorfall nicht auszuschließen.

 

Therapie: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

  1. Primäre Selbstbehandlung
    • 2-3 Tage sollte man sich schonen. Jedoch nicht im Bett liegen bleiben (wie es früher verschrieben wurde), sondern sich ohne jegliche Belastung bewegen. Durch Bewegung wird die Durchblutung angeregt und die eingeschränkten Wirbelgelenke wieder langsam bewegt. Man sollte sich nicht über die Schmerzgrenze bewegen und oft Positionen wechseln (Liegen, sitzen und stehen).
    • Wärme (Bettflaschen, Salben oder warmes Bad) hilft zusätzlich die verkrampfte Muskulatur zu entspannen und wiederum die Durchblutung anzuregen.
    • Bei sehr starken Schmerzen können auch entzündungshemmende Schmerzmittel oder lokale Schmerzsalben benutzt werden (unter ärztlicher Aufsicht)
  2. Physiotherapeutische Behandlung
    • Wie im oberen Abschnitt beschrieben wird mit dem Patienten von Anfang an vor allem aktiv gearbeitet, um den Heilungsprozess am besten zu fördern:
    • Entlastungsstellungen und -übungen für den unteren Rücken gegen die akuten Schmerzen
    • Mobilisations- und Dehnungsübungen als Schmerzlinderungs- und Bewegungsförderungsmaßnahme
    • Rückenschule und Haltungsgymnastik
    • Beratung für korrektes Handling von Lasten und Gewichten im Alltag (Medizinball von Boden aufheben)
    • Auftrainieren der schwachen Rumpf- oder Rückenmuskulatur durch Krafttraining
  3. Ärztliche Untersuchung
    • Falls die oben genannten Symptome nach 4-7 Tagen sich nicht gebessert oder noch weiteres verschlimmert haben, sollte man sich für eine spezialisierte ärztliche Untersuchung anmelden.