Schulterimpingement (Einklemmphänomen der Schulter)

Definition – Was ist ein Schulterimpingement?

Bei einem Impingement kommt es zu einem Engpass zwischen dem Schulterdach (Acromion) und dem Oberarmkopf (Caput Humeri). Bei bestimmten Bewegungen kann es dazu kommen, dass Weichteile unter dem Schulterdach eingeklemmt werden oder dort anstossen, da nicht genügend Platz vorhanden ist. Dies verursacht Schmerzen und führt zu Bewegungseinschränkungen des Schultergelenkes.

Betroffen ist vor allem der Musculus Supraspinatus. Dieser befindet sich direkt unter dem Schulterdach und ist für die seitwärts Bewegung des Arms zuständig und ist Teil der Rotatorenmanschette. Diese umschliesst den Oberarm wie eine Manschette, zentriert den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne und sorgt für die aktive Beweglichkeit der Schulter. Ebenfalls kann der Schleimbeutel (Bursa subacromialis) betroffen sein, dieser dient als Puffer gegen Reibkräfte zwischen den Muskeln und dem Schulterdach.

 

Ursache – Wie entsteht ein subacromiales Impingement?

Ursachen, die zum Schulterimpingement führen, sind folgende:

  • Muskuläre Dysbalancen
  • Rotatorenmanschettenruptur
  • Knochensporn
  • Verkalkungen
  • Chronische Entzündungen des Schleimbeutels
  • Sehnendicke
  • Schulterinstabilität

Besteht das Schulterimpingement über längere Zeit, kann das Einklemmen und die dadurch verursachten erhöhten Reibungskräften zu schmerzhaften Entzündungen des Schleimbeutels und einreissen der Sehnen kommen.

 

Symptome bei einem Schulterimpingement

Die Hauptsymptome beim subacromialen Impingement sind Schmerzen im seitlichen Bereich der Schulter und des Oberarms. Schmerzhaft ist das seitlichen heben des Armes (Abduktion) zwischen einem Winkel von 60° und 120°. Dies wird auch der Schmerzhafte Bogen oder Painful Arc genannt und limitiert die Beweglichkeit des Arms stark. Betroffene können den Arm teilweise kaum noch anheben und viele alltägliche Aktivitäten, wie zum Beispiel das Kleider anziehen, Haar kämmen oder Zähne reinigen sind schmerzbedingt eingeschränkt. Das liegen auf der betroffenen Seite führt ebenfalls zu einer Kompression und verursacht in der Nacht schmerzen, beim unbewussten drehen auf die schmerzhafte Seite.

 

Physiotherapeutische Ziele und Behandlungsansätze bei einem Schulterimpingement

Die Ziele in der Therapie sind einerseits Schmerzfreiheit zu erlangen. Andererseits die Funktion des Gelenks mit der vollständigen Kraft und Beweglichkeit in alle Richtungen wieder herzustellen, damit die betroffenen Personen allen alltäglichen Aktivitäten und Hobbys wieder schmerzfrei nachkommen können.

Der Physiotherapie wird bei der Behandlung des Impingementsyndrom eine wichtige Rolle zu geschrieben. Viele betroffene Personen leiden unter Fehlhaltungen oder können das Schulterblatt oder den Oberarmkopf nicht richtig positionieren, dies lässt sich nicht von heute auf Morgen beheben. Um dies zu verbessern, braucht es eine fachmännische Begleitung, viel Übung, Zeit und Geduld. Grundvoraussetzung für ein optimales Outcome ist, dass die Therapie regelmässig stattfindet und die Übungen mehrmals pro Woche zu Hause absolviert werden.

 

Die physiotherapeutische Behandlung des subacromialen Impingements umfasst mehrere Aspekte:

  • Haltungsschule
  • Richtige Positionierung des Schulterblattes auf dem Brustkorb (Thorax) und des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne
  • Manuelle Therapie
  • Kraftaufbau der Schulterblatttstabilisatoren und der Rotatorenmanschette
  • Dysbalancen aufheben durch Dehnung und Kräftigung
  • Triggerpunkttherapie
  • Stosswellentherapie

 

Übungen für zu Hause bei einem Impingementsyndrom der Schulter

Folgende Übungen kräftigen die Rotatorenmanschette.

Stärken Sie diese Muskulatur gezielt, schaffen Sie mehr Platz im Engpass zwischen Schulterdach und Oberarmkopf und reduzieren Sie somit die Symptome.

Bei Schmerzen, lassen Sie die Übungen aus und führen Sie Anpassungen mit Ihrem Physiotherapeuten durch.

 

Übung 1: Abduktion (M. supraspinatus)

Dosierung: 3x 15-20 Wiederholungen, 5x pro Woche

Anmerkung:

  • Wichtig bei dieser Übung ist, dass man die Schulter am Ende des Bewegungsablaufes nicht hochzieht.


Abb. 1: Abduktion Endstellung

 

Übung 2: Innenrotation (M. subscapularis)

Dosierung: 3x 15-20 Wiederholungen, 5x pro Woche

Anmerkung:

  • Das Theraband an einem festen Gegenstand auf Ellenbogenhöhe befestigen (bspw. Türfalle)
  • Wichtig bei dieser Übung ist, dass die Ellenbogen während dem ganzen Bewegungsablauf am Körper bleiben.


Abb. 2: Innenrotation Ausgangsstellung

 


Abb. 3: Innenrotation Endstellung

 

Übung 3: Aussenrotation (M. infraspinatus)

Dosierung: 3x 15-20 Wiederholungen, 5x pro Woche

Anmerkung:

  • Wichtig bei dieser Übung ist, dass die Ellenbogen während dem ganzen Bewegungsablauf am Körper bleiben.
  • Anstatt mit einem Loop, kann diese Übung auch mit einem Theraband durchgeführt werden.


Abb. 4: Aussenrotation Ausgangsstellung

 


Abb. 5: Aussenrotation Endstellung