Physiotherapie nach einem Schleudertrauma

Was ist ein Schleudertrauma?

 

Ein Schleudertrauma oder auch Beschleunigungstrauma genannt, beschreibt einen Unfallmechanismus, bei dem Oberkörper und Kopf durch einen starken Aufprall unterschiedlich stark beschleunigt werden. Das passiert in Sekundenbruchteilen.

 

Die Folge: überdehnte Bänder im Kopf- und Nackenbereich, Nervenquetschungen, Entzündungen, Einblutungen, Verschiebungen bis hin zu Wirbelbrüchen. Dabei hängt das Verletzungsrisiko nicht zwingen von der Aufprallwucht ab. Die Halswirbelsäule ist ein sehr sensibles Gebiet. Auf engstem Raum sind sehr viele lebenswichtige Strukturen, wie bei kaum einer anderen Körperregion, zu finden.

 

Schleudertraumatas entstehen jedoch nicht nur durch einen Auffahrunfall. Auch bei einem Zusammenstoss als Fussgänger, beim Sport, bei einem Sturz vom Fahrrad oder bei einem Sturz in der Badewanne kann es zu einem Schleudertrauma kommen.

 

Bei den meisten bilden sich die Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen vollständig zurück. Bei einigen bleiben die Beschwerden jedoch lange bestehen, können chronifizieren und bis zur Arbeitsunfähigkeit führen.

 

Wie wird ein Schleudertrauma bei KINEO behandelt?

Studien zeigen, dass frühzeitige Behandlungen zu einer Verminderung von Langzeitkomplikationen führen können. Wir raten daher, so früh wie möglich mit einer therapeutischen Behandlung zu starten. Vorher müssen jedoch bei einem medizinischen Untersuch bei Ihrem Arzt schwerwiegende Verletzungen wie ein Schädelhirntrauma oder Nackenwirbelverletzungen ausgeschlossen werden.

 

In der Akutphase wird häufig das Tragen einer Halskrause von maximal 2-3 Tagen empfohlen. Es empfiehlt sich möglichst rasch wieder in den normalen Tagesablauf und an Ihre Arbeitsstelle zurückzukehren.

In Absprache mit dem behandelnden Arzt wird über ein zu beginn reduziertes Arbeitspensum oder eine Belastungsanpassung entschieden.

 

Während des Unfallvorganges können viele Strukturen verletzt werden: Gelenke, Muskeln, Bänder, Bandscheiben, Nerven, Rückenmark und das Gehirn. Diese Strukturen können eine Quelle für Schmerzimpulse werden. Nicht alles ist auf dem Röntgenbild zusehen.

 

Wir starten daher bei Kineo mit einem ausführlichen physiotherapeutischen Befund wobei der Unfallhergang besprochen und rekonstruiert wird. Aus der Rekonstruktion des Unfallherganges kann viel über die Verletzungsmechanismen abgeleitet werden, was wiederum sehr wichtig für einen Erfolg der Behandlung ist.

 

Eines der vielen Symptomen nach einem Schleudertrauma sind Kopfschmerzen. Dabei wird zwischen internen und externen Kopfschmerzen unterschieden. Interne Kopfschmerzen entstehen durch den Aufprall des Gehirnes gegen die Schädeldecke. Diese Kopfschmerzen können sehr diffus sein und sind durch externe Reize nur sehr schwierig zu lindern. Wärmepackungen zur Entlastung und Spannungslösung können eine leichte Entlastung bringen. Viele Ärzte empfehlen in diesen Fällen in den ersten Tagen eine medikamentöse Schmerztherapie.

Externe Kopfschmerzen kommen aufgrund von äusserlichen Verletzungen wie Wirbelprellungen, Muskelverspannungen oder Fasziendistorsionen vor. Diese Kopfschmerzen reagieren meist gut auf äusserliche Einflüsse wie Wärmeapplikationen, manuelle Techniken, aktive Bewegungen und Entspannung.

Beide Arten von Kopfschmerzen reagieren negativ auf Stress, langes Sitzen oder Liegen.

 

Wir bei Kineo legen bei der Behandlung eines Schleudertraumas grossen Wert auf die Kombination aus aktiven und passiven Techniken.

 

In der ersten hälfte der Therapiesitzung werden verspannte Strukturen gelöst und mobilisiert. Dabei werden Techniken aus der manuellen Therapie, dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), DryNeedling und der Triggerpunktherapie angewendet um die Schmerzsymptomatik zu senken und das freie Bewegen zu erleichtern.

Direkt im Anschluss werden gemeinsam leichte Übungen zur Statikkorrektur der Wirbelsäule durchgeführt. Es werden aktive Übungen zur Kräftigung der nackenstabilisierenden Muskulatur erlernt und ein individuelles Übungsprogramm für die Selbstmobilisation zu Hause entwickelt. Diese aktiven Übungen bewegen sich innerhalb der Schmerzgrenze und werden konstant gesteigert.